Das Local Pack ist der Kartenblock mit drei lokalen Ergebnissen über den organischen Treffern. Google wählt die drei nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit aus – wobei die Entfernung zum Standort des Suchenden den größten Einzelanteil der Schwankung erklärt. Deshalb gibt es kein "Platz 1 in der Stadt": Die Liste wird für jeden Standpunkt neu sortiert und sieht für zwei Nutzer in derselben Stadt unterschiedlich aus.
Was das Local Pack ist
Du suchst „Elektriker Düsseldorf". Über den blauen Links erscheint ein Kartenblock mit drei Betrieben.
Name, Bewertung, Kategorie, Öffnungsstatus, oft ein Anruf-Button.
Das ist das Local Pack. Manche sagen Map Pack oder Drei-Pack dazu.
Es sitzt an der prominentesten Stelle der Ergebnisseite. Auf dem Handy ist es häufig das Einzige, was ohne Scrollen sichtbar ist.
Für lokale Betriebe ist es damit meist der wichtigste organische Kanal überhaupt.
Wie die drei ausgewählt werden
Google nennt drei Kriterien:
| Kriterium | Was gemeint ist | Beeinflussbar? |
|---|---|---|
| Relevanz | Passt der Betrieb zur Suchanfrage? Kategorie, Leistungen, Profilinhalte, Website. | Ja, stark |
| Entfernung | Wie weit ist der Betrieb vom Standort des Suchenden entfernt? | Kaum |
| Bekanntheit | Wie etabliert ist der Betrieb? Bewertungen, Erwähnungen, Verlinkungen, Markensignale. | Ja, mittelfristig |
Die Gewichtung ist der entscheidende Punkt.
Auswertungen schreiben allein der Entfernung den größten Einzelanteil der Ranking-Schwankung zu. Von den beeinflussbaren Signalen wiegt das Google-Unternehmensprofil am schwersten – mit der Primärkategorie als stärkstem Einzelfaktor. Danach kommen die Bewertungen.
Warum es kein festes Ranking gibt
Hier entstehen die meisten Missverständnisse.
Weil die Entfernung so schwer wiegt, wird das Local Pack für jeden Standpunkt neu sortiert.
Zwei Nutzer, gleiche Stadt, gleiche Suche, gleicher Moment. Zwei verschiedene Listen.
Ein Handwerker in Köln-Ehrenfeld kann bei einer Suche aus Ehrenfeld auf Platz 1 stehen und bei einer Suche aus Porz – 15 Kilometer entfernt, gleiche Stadt – überhaupt nicht erscheinen. Beides ist gleichzeitig wahr. „Platz 1 in Köln" ist als Aussage bedeutungslos, solange nicht dabeisteht, von wo aus gemessen wurde.
Daraus folgt auch: Du kannst deine eigene Position nicht beurteilen, indem du selbst suchst.
Du suchst von deinem Standort aus. Meist vom Betrieb. Dort stehst du fast immer gut.
Das sagt nichts darüber, wie es zwei Kilometer weiter aussieht.
Position richtig messen: das Geo-Grid
Die brauchbare Methode ist ein Raster.
Man legt ein Gitter über das Zielgebiet und prüft die Position an jedem Gitterpunkt. Das Ergebnis ist keine Zahl. Es ist eine Karte.
Grün, wo du in den Top 3 bist. Rot, wo du nicht auftauchst.
Bei fast jedem Betrieb, der noch nicht optimiert hat, sieht diese Karte gleich aus: ein grüner Fleck von zwei bis vier Kilometern um den eigenen Standort. Außen herum nichts.
Die Arbeit besteht darin, diesen Fleck zu vergrößern.
Ein Raster ist auch der einzige seriöse Maßstab für eine Platzierungsgarantie. Wir messen deshalb über verteilte Punkte und über mehrere Tage in Folge. Einzelne Abfragen schwanken zu stark, um daraus eine Zusage abzuleiten.
Was das Local Pack wert ist
Die drei Plätze bekommen den überwiegenden Teil der Aufmerksamkeit. Branchenauswertungen nennen für die Top 3 im Kartenblock Anteile von deutlich über der Hälfte bis rund 70 Prozent der Klicks.
Wichtiger als die exakte Zahl ist die Struktur dahinter.
Der Abstand zwischen Platz 3 und Platz 4 ist der größte im ganzen Feld. Weil Platz 4 nur erscheint, wenn der Nutzer aktiv auf „Weitere Orte" tippt.
Die meisten tun das nicht.
Dazu kommt die Handlungsnähe. Suchen mit lokalem Bezug führen ungewöhnlich oft zu einer direkten Handlung: Anruf, Route, Besuch. Bei mobilen Suchen mit Nähebezug ist der Anteil derer, die innerhalb eines Tages tatsächlich hingehen, sehr hoch.
Das ist kein Traffic, der irgendwann konvertiert. Das sind Leute mit akutem Bedarf.
Was sich gerade verändert
Zwei Entwicklungen solltest du im Blick haben:
- Werbung im Local Pack. Der Anteil lokaler Suchergebnisse mit bezahlten Einblendungen im Kartenblock ist im Verlauf eines Jahres stark gestiegen. Das drückt die organischen Plätze nach unten – und macht Platz 1 wertvoller, nicht weniger wert.
- KI-Antworten über den Ergebnissen. Bei einem erheblichen Teil lokaler Suchen erscheint inzwischen eine KI-generierte Antwort oberhalb des Local Packs. Diese Systeme ziehen ihre Ortsinformationen teils aus anderen Quellen als Google Maps. Deshalb gewinnen Verzeichniseinträge und Erwähnungen wieder an Bedeutung. Mehr dazu in unserem Beitrag zur lokalen Suche in KI-Systemen.
Was daraus für dich folgt
- Definier ein Gebiet, keine Stadt. Zwei bis fünf Kilometer um deinen Standort. Oder die Stadtteile, aus denen deine Kunden tatsächlich kommen.
- Miss über ein Raster. Eigene Suchen am eigenen Schreibtisch sind kein Messwert.
- Arbeite an Relevanz und Bekanntheit. Die Entfernung ist gesetzt. Alles andere ist deine Baustelle. Die konkrete Reihenfolge steht in unserem Beitrag zum Google-Maps-Ranking.
- Nutz die organische Suche für alles darüber hinaus. Was im Kartenblock an der Entfernung scheitert, ist über eigene Leistungsseiten erreichbar. Dort gilt die Nähe nicht in derselben Härte.
Und wenn du wissen willst, welche Stellschrauben im Profil selbst am meisten bewegen: Das steht in unserem Leitfaden Google-Unternehmensprofil optimieren.


