Google Unternehmensprofil

Kategorien im Google-Unternehmensprofil: die eine Einstellung, die am meisten bewegt

7 Min. Lesezeit von Maxim Kusmenko
Kurz gesagt

Die Primärkategorie ist der stärkste einzelne Ranking-Faktor für das Google Local Pack, eine falsch gewählte Primärkategorie gleichzeitig der stärkste negative Faktor. Wähle die spezifischste Kategorie, die deine Haupteinnahmequelle exakt beschreibt – nicht die breiteste. Nebenkategorien ergänzen echte weitere Leistungen; erfahrungsgemäß sind einige wenige passende wirksamer als eine lange Liste.

Warum die Kategorie so schwer wiegt

Es gibt eine Einstellung in deinem Google-Profil, die mehr bewegt als alle anderen zusammen.

Die Primärkategorie.

Für Google ist sie die Antwort auf die Frage: Was ist dieser Betrieb? Alles andere – Beschreibung, Leistungen, Bewertungen – präzisiert nur diese Antwort.

Ist die Grundantwort falsch, hilft die Präzisierung nichts.

In den Auswertungen der Branche steht die Primärkategorie seit Jahren an der Spitze. Bemerkenswerter ist die andere Seite: Eine falsch gesetzte Primärkategorie ist der stärkste negative Faktor überhaupt.

Du hältst also mit einer einzigen Einstellung den größten Hebel und das größte Risiko in der Hand.

Warum ist das so hart? Weil Google vorfiltert.

Sucht jemand „Dachdecker", kommen Profile mit der Primärkategorie „Bauunternehmen" oft gar nicht in die Auswahl, aus der dann nach Entfernung sortiert wird.

Du verlierst keine Plätze. Du bist nicht dabei.

Die richtige Primärkategorie finden

Zwei Prinzipien. Mehr brauchst du nicht.

Prinzip 1: So spezifisch wie möglich

Google hat über 4.000 Kategorien. Für fast jede Tätigkeit existiert eine präzise. Nimm die. Nicht den Oberbegriff, unter dem du dich in einem Branchenverzeichnis eintragen würdest.

Prinzip 2: Was bringt das Geld?

Wenn du mehrere Dinge tust, entscheidet der Umsatz. Nicht die Selbstwahrnehmung. Ein Betrieb, der 70 Prozent seines Umsatzes mit Badsanierung macht und 30 Prozent mit Heizungsnotdienst, gehört primär zur Badsanierung – auch wenn der Notdienst gefühlt das Aufregendere ist.

Praktisch geht das so: Such den Begriff, mit dem dein Wunschkunde sucht. Sieh dir die drei Profile im Local Pack an. Bei den meisten steht die Primärkategorie sichtbar unter dem Namen.

Haben alle drei dieselbe und deine weicht ab? Dann hast du deine Antwort.

Mach diesen Abgleich für deine zwei bis drei wichtigsten Suchbegriffe. Kommen unterschiedliche Kategorien heraus, entscheidet der Umsatz. Den Rest deckst du über Nebenkategorien und Leistungen ab.

Nebenkategorien: wie viele und welche

Nebenkategorien erweitern die Suchen, bei denen du überhaupt in Betracht kommst. Sie wirken schwächer als die Primärkategorie. Aber sie wirken.

Auswertungen deuten darauf hin, dass eine überschaubare Zahl am besten funktioniert. Eine Handvoll.

Darüber kippt der Effekt. Ein Profil mit fünfzehn Kategorien wirkt für Google unscharf. Und Unschärfe kostet Relevanz bei allen Begriffen gleichzeitig.

Die Auswahlregel ist streng: Nur Kategorien, für die du eine eigene Leistung anbietest und einen Kunden bedienen könntest, der genau danach sucht.

Kein „könnten wir theoretisch auch".

Die fünf häufigsten Kategoriefehler

  1. Zu breit gewählt. „Bauunternehmen" statt „Dachdecker". „Autowerkstatt" statt „Kfz-Gutachter". „Unternehmensberatung" statt „Steuerberater". Der häufigste Fehler überhaupt.
  2. Nach Selbstbild statt nach Umsatz gewählt. Kommt oft bei Betrieben vor, die sich neu positionieren wollen. Google rankt dich für das, was du bist. Nicht für das, was du werden möchtest.
  3. Nebenkategorien als Keyword-Liste missbraucht. Alles anhaken, was entfernt passt. Verwässert die Relevanz messbar.
  4. Kategorie nach Umpositionierung nie angepasst. Betriebe verschieben ihren Schwerpunkt über Jahre – und lassen die Kategorie von 2018 stehen.
  5. Die Kategorie eines erfolgreichen Wettbewerbers blind kopiert. Hat der ein anderes Leistungsspektrum, übernimmst du dessen Positionierung. Und trittst in einem Feld an, in dem du nichts zu bieten hast.

Kategorie wechseln – was passiert?

Ein Wechsel der Primärkategorie ist ein deutlicher Eingriff. Kein Schalter, den du beiläufig umlegst.

Rechne mit:

  • Wirkung nach Tagen bis zwei Wochen. Google muss das Profil neu einordnen.
  • Möglicher Zwischeneinbruch. Du verlierst Sichtbarkeit bei den alten Begriffen, bevor du sie bei den neuen aufbaust. Das ist normal. Kein Fehler.
  • Gelegentlich erneute Verifizierung. Bei manchen Wechseln fordert Google einen Nachweis an. Halte Gewerbeanmeldung und Unterlagen bereit.
Nicht mehrfach hintereinander wechseln

Wer die Kategorie innerhalb weniger Wochen zwei- oder dreimal ändert, verhindert, dass sich überhaupt eine Position aufbaut. Und erzeugt ein Aktivitätsmuster, das Prüfungen auslösen kann. Einmal entscheiden. Dann mindestens sechs bis acht Wochen messen.

Beispiele aus typischen Branchen

BetriebHäufig gesetztMeist besser
Kfz-GutachterAutowerkstattKfz-Gutachter (Primär) + Sachverständiger
Heizungsbauer mit NotdienstBauunternehmenHeizungsinstallateur (Primär) + Klimaanlagenservice, Sanitärinstallateur
Fahrschule mit MotorradfokusFahrschuleFahrschule (Primär) + Motorradfahrschule
Reinigungsfirma B2BReinigungsdienstGebäudereinigung (Primär) + Büroreinigung
SolarteurElektrikerSolaranlagenanbieter (Primär) + Elektriker

Die mittlere Spalte ist keine Erfindung. Das sind Konstellationen, die wir in Analysen ständig finden.

Der Wechsel von Spalte zwei auf Spalte drei ist in vielen Fällen der einzelne Handgriff mit dem größten Effekt.

Wie die Kategorie mit dem Rest des Profils zusammenspielt, steht in unserem vollständigen Leitfaden zum Google-Unternehmensprofil.

Häufige Fragen

Kann ich sehen, welche Kategorie ein Wettbewerber nutzt?

Meist ja. Bei vielen Profilen steht die Primärkategorie sichtbar unter dem Firmennamen im Local Pack und in der Kartenansicht. Die Nebenkategorien sind von außen nicht einsehbar. Für deine Entscheidung reicht die Primärkategorie aber – sie verursacht den Filtereffekt.

Wir bieten zwei völlig verschiedene Leistungen an. Brauchen wir zwei Profile?

Nur wenn es zwei getrennte Betriebe mit eigener Adresse, eigener Telefonnummer und eigenem Auftritt sind. Zwei Profile auf dieselbe Adresse für dasselbe Unternehmen sind ein Richtlinienverstoß. Bei einem Betrieb mit zwei Schwerpunkten setzt du die umsatzstärkere Leistung als Primärkategorie und die andere als Nebenkategorie – und gibst ihr auf der Website eine eigene Leistungsseite. Dort holst du die organische Sichtbarkeit, die das Profil nicht liefert.

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